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Donnerstag, 1. Februar 2018

Mein Leben in seinen Pfoten - Wendy Hilling



Biografie, Erfahrungen, Schicksale

Wendy Hillings Leben ist geprägt von einer seltenen Erbkrankheit. Epidermolysis bullosa macht ihre Haus so empfindlich wie die Flügel eines Schmetterlings. Jede Berührung kann zu Blasen und offenen Wunden führen. Als Wendy Hillings geboren wurde, gaben ihr die Ärzte nur wenig Chancen, ein Jahr alt zu werden. Sie schaffte es dank ihrer besorgten Eltern. Sie wurde immer älter und die Ärzte legten immer wieder fest, wie alt sie wohl würde, es waren immer Botschaften, die wenig Hoffnung machten.
Zu ihrem Schutz gaben ihre Eltern sie in ein Internat, in dem sie todunglücklich war. Sie fand ihr Glück nur bei Tieren. Pferde liebte sie und sie setzte durch, reiten zu dürfen, obwohl ihr ihre Haut das immer wieder übel nahm. Als sie einen Wurf Golden Retriever bei ihrer Tante kennenlernte, verliebte sie sich auf Anhieb in diese gelehrigen Hunde.
Irgendwann bekam sie selber einen. Da sie immer Hilfe brauchte, brachte sie ihm vieles bei, das er mit Freude für sie tat. Dieser Hund war für sie ein Segen. Durch Zufall kam sie mit der Organisation Canine Partners in Kontakt und war überwältigt von deren Arbeit. Hunde die von den Trainern der Organisation ausgebildet werden und als Assistenzhunde arbeiten, bekommen ein besonderes Geschirr, um für das Umfeld als solche erkannt zu werden. Wendy wollte für ihren Hund auch so ein  Geschirr. Sie bildete ihn weiter mit Hilfe eines Trainers aus, damit er das es tragen durfte. Er erleichterte ihr das tägliche Leben enorm. Er sorgte dafür, dass sie nicht angerempelt wurde, wenn sie unsicher auf den Beinen war, stützte er sie. Der Hund lernte sein Leben lang aktiv. Wendy musste  ihm nur vor machen, was sie gerne von ihm erledigt haben würde.
Als dieser Hund das Rentenalter erreichte, half er ihr sogar Ted auszubilden, sodass er selbst sich immer weiter zurückziehen konnte, um sein Leben als Rentner zu geniessen. Ted bekam Wendy Hillings im Alter von neun Wochen. Er entwickelte eine sehr starke Bindung zu Wendy, die für ihn ihr Leben gäbe.
Ihre Aussage: „Ted braucht mich so sehr wie ich ihn. Er vertraut mir, und ich vertraue ihm mein Leben an.“

Keine der Aussagen bezüglich ihrer Lebenserwartung traf bisher zu. Wohl auch, weil sie durch ihr Umfeld und größtenteils durch Ted die Hilfe und Unterstützung bekommt, die sie braucht.

Bewegend erzählt Wendy Hillings über ihr Leben mit der lebensbedrohlichen Krankheit, die sie seit ihrer Geburt begleitet. Sie zeigt, wie ausgegrenzt Menschen werden, wenn sie eine offensichtliche Krankheit haben und wie sehr sie kämpfen müssen, um das zu erreichen, was sie brauchen und sich manchmal auch „nur“ wünschen. Wie eben in ihrem Fall einen Golden Retriever und seine Anerkennung als Assistenzhund. Sie besaß in ihrem Leben mehrere und machte mit jedem nur die besten Erfahrungen.
Ihre Schreibweise ist so intensiv und flüssig, dass man als Leser schnell das Gefühl hat, mit dieser Frau an deren Seite zu leben. Man merkt ihre positive Einstellung zum Leben und dass sie ihre Krankheit als gegeben sieht und sich mit ihr gänzlich arrangiert hat.
Dieses Buch hält einen fest und man tut sich schwer, es zur Seite zu legen, denn teilweise traurig, so gibt es doch viele Passagen, die einen schmunzeln und manchmal auch herzhaft lachen lassen. Als ich es fertig gelesen hatte, fand ich es schade, dass es nicht weiter ging.
Am Anfang überlegte ich ernsthaft, ob ich es wirklich lesen will, weil ich hauptsächlich Thriller lese. Aber irgendwie zog mich das Cover so sehr an, dass ich es einfach lesen musste. Wendy Higgins mit ihrem Ted. Ein sehr inniges und vertrautes Bild.


Ich bereue es nicht, dieses Buch gelesen zu haben und daher bekommt es meine 100%ige Empfehlung.

304 Seiten
Penguin Verlag
Erschienen am 10. Juli 2017
ISBN 978-3328101017


Freitag, 26. Januar 2018

Marlenes Geheimnis - Brigitte Riebe


Roman

Als Eva Auberlin in Rickenbach gestorben ist, versammelt sich die ganze Familie, um Abschied zu nehmen. Christiane, ihre Enkelin, von ihrer Familie zeitlebens liebevoll Nane genannt, reist ebenfalls an. Unterwegs von einer verletzten, alleingelassenen Hündin aufgehalten, schafft sie es trotzdem noch rechtzeitig mit dieser anzukommen. 

Auch Nanes Mutter Vicky und deren Schwester Marlene wollen der Mutter die letzte Ehre erweisen. Schon kurz nach der Beisetzung flammt zwischen den beiden Schwestern erneut ein alter Streit auf, sodass Vicky Hals über Kopf wieder abreist. Marlene überreicht Nane im Laufe des weiteren Aufenthaltes Notizen von Eva, welche Nane so schnell wie möglich lesen möchte. Sie sucht sich jemanden, der in der Lage ist, ihr das Lesen der Sütterlinschrift beizubringen und dann kann sie einer mehr aufhalten.

Eva erzählt über den Krieg, ihre erste große Liebe Jan, der in Tschechien den Krieg nicht überlebte, noch bevor die beiden heiraten konnten. Flucht und Vertreibung, Konzentrationslager, Hunger und Angst. Aber sie hielt durch, sie wollte, dass die kleine Marlene an ihrer Seite ein besseres Leben haben wird. Kurz nachdem ihre Mutter starb, nahm ihr Vater wieder Kontakt zu ihr auf und erklärte ihr in einem Brief, wie sie nach Rickenbach kommt, wo er nun lebt. Eine abenteuerliche Reise begann, die Eva mit Marlene schaffte. Schnell fand sie auch in Rickenbach Unterkunft und Arbeit, somit war auch Marlenes Zukunft etwas rosiger, als es ihre eigene einmal war.

Nane war wie gefangen von der Vergangenheit ihrer Großmutter und schob ihre Abreise immer weiter hinaus. Weil sie erst die Notizen zu Ende lesen wollte, weil ihr der Aufenthalt sehr gut tat und nicht zuletzt, weil sie Menschen kennen lernte, denen sie vertrauen konnte. Jetzt war ihr der Job unwichtig und sie kündigte um in Rickenbach zu bleiben. Als sie dann noch auf Simon, ihre Jugendliebe traf, dessen Großvater ebenfalls vor kurzem verstarb und sie feststellte, dass die Vergangenheit ihrer Großmutter und Simons Großvater verbunden ist, wollte sie herausfinden, was es ist….

Brigitte Riebe zeigt mit diesem Roman einmal mehr, dass sie ein schriftstellerisches Chamäleon ist. Egal in welche Zeit, sie taucht ein und schreibt darüber, als hätte sie diese selbst erlebt. Jedes Wort ist glaubwürdig. Ihre lebendige Schreibweise nimmt einen mit und lässt einen in die beschriebene Welt eintauchen und mitleben. Es fällt unheimlich schwer, das Lesen zu unterbrechen, denn obwohl es nicht um Mord und Totschlag geht, so ist Brigitte Riebe trotzdem in der Lage, den Leser mitleben zu lassen und ihm das Gefühl zu geben, dass es nichts spannenderes gibt, als jede Person, jeden Ort und jede Begebenheit selbst zu kennen und auch diesem scheinbar nichtssagenden, normalen Leben, das Millionen von Menschen im Krieg und der Nachkriegsszeit führten, Spannung abzugewinnen.
Das Cover wurde perfekt gewählt. Eine Frau mit Kind, die sich vom Betrachter weg bewegen. Das Ganze ohne große Farbkontraste, sodass es etwas Schwermütiges und Trauriges übermittelt.


Marlenes Geheimnis ist wieder mal ein Buch von Brigitte Riebe, das ich guten Gewissens empfehlen kann.

432 Seiten
Diana Verlag
erschienen am 11. September 2014
ISBN 978-3453292055

Mittwoch, 20. Dezember 2017

One Night Stand to go - Millionär für eine Nacht - Melissa Stephens



Liebesroman

Klappentext:

Samuel Westwind hat alles, wovon ein Mann nur träumen kann.
Teure Sportwagen, Geld und hübsche Mädchen die ihm zu Füssen liegen. Doch genau das ärgert ihn. Nicht das Geld und die PS-starken Autos. Nein, es sind die Frauen, die ihn so wütend machen. Sie werden schnell langweilig und uninteressant. Sam ist nämlich auf der Suche nach einer Partnerin mit Charakter und Rückgrat.
Eines Tages begegnet er Lisa. Sie ist nicht sonderlich hübsch, aber attraktiv. Sie ist auch nicht reich und strebt nicht nach Ruhm. Sie arbeitet in einem Schnellrestaurant und möchte nur eines. Einen Mann fürs Leben finden.
Nach einem Gespräch und zwei Flaschen Scotch landen sie zusammen im Bett. Am Tag darauf können sich beide nicht mehr an den Abend davor erinnern.

Der Klappentext verrät schon einiges und wenn ich nun auf die Handlung einginge, würde ist spoilern, was nicht die feine Art wäre. Denn wer verdirbt schon anderen Lesern gern den Spaß.

Melissa Stephens bedient mit One Nightstand to go einige Klischees. Was aber nicht heißt, dass das Buch es nicht wert wäre, es zu lesen. Sie schreibt locker von der Seele weg. Mit viel Humor verleiht sie ihren Protagonisten teils eine große Klappe und Schlagfertigkeit, die ich nicht erwartet hätte.
Ich und Liebesromane…. Lange dachte ich, das wäre ein NoGo. Aber weit gefehlt. Dieses Buch las ich mit Freude fast in einem Rutsch.
Die Story könnte aus dem Leben gegriffen sein. Voller Vorurteile der Protagonisten, die sich zum Vorteil wandeln. Armes Aschenputtel trifft den Traumprinzen, hat erst Angst vor mehr, wie auch er. Es kommt zu Irrungen und Wirrungen, bei denen ich teilweise herzhaft lachen musste.
Stephens schreibt, als wären ihre beschriebenen Figuren ihre persönlichen Freunde, was diese umso sympathischer macht.

Über diverse Rechtschreib- und Satzstellungsfehler sollte der Leser hinwegsehen, denn die Story ist erfrischend und unterhaltsam, die perfekte Urlaubslektüre.


Mein Fazit:

Endlich mal wieder das Werk eines Selfpublishers, das ich nicht nach ein paar Seiten in die Ecke gepfeffert habe und daher Freunden der leichten Unterhaltung gerne ans Herz lege.

240 Seiten
Independently published
Erschienen am 16. November 2017
ISBN 978-1973320128

Sonntag, 17. Dezember 2017

Jagdtrip - Jack Ketchum



Roman

Lee Moravian ist Kriegsveteran. Der Vietam-Krieg hat ein Trauma in ihm hinterlassen, sodass er nunmehr die Einsamkeit tief im Wald der Gesellschaft der Menschen vorzieht. Nur dort findet er die Ruhe, die er braucht. Diese Ruhe wird jetzt von Campern gestört und als würde ein Schalter umgelegt, fühlt er sich wieder in den Krieg zurück versetzt. Er muss sich gegen die Fremden, die er als Bedrohung sieht, zur Wehr setzen.
Vergleichbar mit Rambo hat Jack Ketchum eine menschliche Waffe erschaffen, wie sie kaltblütiger nicht sein kann. Kaltblütig aus Angst vor der Vergangenheit ist Lee, der seinen Wald verteidigen muss…

Ketchumfans werden sich wundern, wie unblutig und trotzdem brutal und nahe an der Wirklichkeit sich der Autor mit diesem Roman bewegt. Gequält von seinem im Krieg entstandenen Verfolgungswahn bewegt sich Lee in „seinem“ Revier.
Schnell ist man als Leser mitten im Geschehen und kann sich nur sehr schwer davon lösen, um eine Lesepause einzulegen. Obwohl die Story vorhersehbar ist, so ist sie doch spannungsgeladen und hetzt den Leser von Seite zu Seite. Immer wieder schweifte ich in Gedanken ab, wie schrecklich dieser sinnlose Krieg gewesen ist und was er aus den Beteiligten machte. Ehemalige Soldaten kämpfen mit Erinnerungen, mit denen sich schon jemand, der nur davon liest, schwer fertig wird. Wie ungern möchte man in der Haut des Hauptprotagonisten stecken, der in harmlosen Campern Vietnamesen sieht, die ihm nach dem Leben trachten.

Wie von ihm gewohnt schrieb Jack Ketchum in einer leicht verständlichen Ausdrucksweise, packte mich von Anfang an und vergaß nie, dass es seinen Lesern auf Spannung und Thrill ankommt und nicht auf seichtes Geplänkel.
Er kritisiert den Vietnamkrieg und in gewisser Weise die Gesellschaft im Allgemeinen, was ihm sehr gut gelungen ist.

Das Cover dieses Buches ist nüchtern und kühl, aber im Hinblick auf den Inhalt sehr gelungen gewählt.


Mein Fazit:

Ein Ketchum, der einmal mehr relativ unblutig daher kommt, aber nichts an Spannung im Vergleich zu seinen anderen Büchern verloren hat. Daher erhält „Jagdtrip“ meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

368 Seiten
Heyne Hard Core
Erschienen am 13. Juni 2016
ISBN 978-3453677067

Freitag, 15. Dezember 2017

Sonntags Tod - Carla Berling - Neuauflage


Klappentext:

Ein Achtjähriger erschießt versehentlich seinen Großvater. Kurz darauf verschwindet der jüngste Sohn des Toten spurlos. Niemand weiß, warum er ohne ein Wort geht und sich nie wieder bei seiner Familie meldet.
Vierzehn Jahre später: Die Welt im westfälischen Bad Oeynhausen scheint in Ordnung zu sein - bis der Hotelier Richard seine Frau Verena und sich selbst tötet.
Ira Wittekind kehrt zur Beerdigung an den Ort ihrer Kindheit zurück. Als Reporterin ist sie dabei, als eine halb verweste Leiche in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird.
Und dann entdeckt sie einen tragischen Zusammenhang zwischen dem Tod von Verena und Richard, dem Toten im Dreck und dem Unglück in der Vergangenheit.

Ira Wittekind fährt nach Bad Oeynhausen, um an einer Beerdigung teilzunehmen. Es ist die Beerdigung ihrer Kindheits- und Jugendfreundin Verena. Diese war ihre engste und einzige richtige Freundin, die sie durch Kinderzeit und Jugend begleitete. Erst später trennten sich ihre Wege aus beruflichen Gründen.
Jetzt ist Verena tot. Sie wurde von ihrem Ehemann getötet, der unmittelbar danach auch sich selbst tötete.
Auf der Trauerfeier, über die sie für ihre Zeitung bei der sie als Reporterin beschäftigt ist, berichten soll, trifft sie auf Bekannte aus ihrer Jugendzeit. Als es zu Unstimmigkeiten, die die Feier stören kommt, beschließt Ira auf eigene Faust weiter zu ermitteln, was auf Hof Eskendor im Argen liegt.
Da sie in der Gegend aufgewachsen ist, weiß sie, wie sie die Menschen zum sprechen bringen kann und stößt auf unsägliche Geschichten, die sich innerhalb eines Familienclans in den letzten Jahrzehnten abgespielt hatten und letztendlich durch 3 Tote nicht mehr geheim bleiben dürfen.
Mit ihrer Krimireihe die in und um Bad Oeynhausen spielt, hat Carla Berling einen Schritt in eine Richtung gewagt, aus der hoffentlich noch mehr von ihr kommen wird. Sie versteht es, den Leser ins Geschehen voll und ganz einzubinden, setzt Spannungsspitzen genau dort, wo sie hingehören und schreibt mal laut, aggressiv und dann wieder voller Leidenschaft, Gefühl und Sanftheit. In diesem Buch prangert sie in erster Linie die allgemeine, althergebrachte Intoleranz gegenüber Menschen an, die nicht ins Schema F der Allgemeinheit passen, ebenso zeigt sie, wie viel im Verborgenen einer Dorf- und auch Familiengemeinschaft passieren kann und welchen Schaden die davon betroffenen, meist minderjährigen und hilflosen Kinder tragen und wie sich deren Kindheitserlebnisse auf deren späteres Erwachsenenleben im Positiven, wie auch im Negativen auswirken können. Nein, Carla Berling schreibt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sie schreibt so, wie die Geschichte millionenfach überall auf der Welt geschehen sein könnte und wie eine Reporterin durch geschickte Fragen und Feingefühl für Emotionen hinter die dunkelsten Geheimnisse kommt.
Auch wenn die Autorin zu Beginn darauf hinweist, dass außer den Örtlichkeiten alles frei erfunden ist, so ist es doch so realistisch dargestellt, als wäre man als Leser mitten im Geschehen und würde die Personen und Örtlichkeiten vor sich sehen und kennen.


Ein perfekt ausgearbeiteter Krimi einer deutschen Autorin, von der sicherlich noch viel in dieser Richtung zu erwarten sein wird. Ich persönlich freue mich darauf und spreche meine 100%ige Leseempfehlung für Sonntagstod aus.

272 Seiten
Heyne Verlag
Erschienen am 13. November 2017
ISBN 978-3453419933

Donnerstag, 30. November 2017

Papierjunge - Christina Ohlsson



Leider konnte ich mit diesem Buch wenig anfangen, daher gibt es hier nur den Klappentext:

In der Nacht erwacht er zum Leben, erwählt ein Kind und verschwindet mit seinem Opfer in der Dunkelheit. Der Papierjunge. Eigentlich glaubt niemand an die jüdische Sagengestalt – bis an einem eiskalten Wintertag in Stockholm eine Erzieherin vor den Augen von Schülern und Eltern erschossen wird. Als wenig später zwei Kinder verschwinden, fragen sich die Ermittler Fredrika Bergman und Alex Recht, ob der Junge aus der Legende etwas mit den Vorfällen zu tun haben könnte. Die Ermittlungen führen Fredrika nach Israel, wo sie mit einem grausamen Verbrechen aus der Vergangenheit konfrontiert wird ...

Zwei Kinder werden erschossen, verschwinden und werden wenig später aufgefunden. Über ihren Köpfen Papiertüten mit aufgemalten Gesichtern. Die Ermittler glauben an den Zusammenhang mit einer jüdischen Sagengestalt und reisen nach Israel.
Hier hörte ich zu lesen auf, weil es mir zu sehr ins „phantastische“ abdriftete. Es mag vielleicht in der Realität Ritualmorde geben, aber in diesem Buch war mir alles etwas zu dick aufgetragen.
Die Geschmäcker sind verschieden und meinen traf dieses Buch leider nicht.


Das Cover ist äußerst ansprechend gestaltet, sonst hätte ich mich niemals für dieses Buch interessiert.

Infos:

Limes
Thriller
576 Seiten
Erschienen am 29. Februar 2016
ISBN 978-3734104343

Das Spiel - Opfer - Jeff Menapace



Um nicht zu viel des Inhaltes zu verraten, beschränke ich mich hier auf den Klappentext, der mich auf Anhieb davon überzeugte, das Buch lesen zu müssen:

Am idyllischen Crescent Lake im amerikanischen Hinterland ist die Welt noch in Ordnung. Vor der Kulisse des malerischen Sees findet sich in wild-romantischer Umgebung eine Siedlung von Ferienhütten. Hier will die Familie Lambert ihr Wochenende verbringen: Mit Fischen, Barbecue und Freizeitspielen. Auch die beiden Fannelli-Brüder haben sich zum See aufgemacht. Auch sie möchten das Wochenende genießen. Auf ihre Art. Mit Spielen. Bösen Spielen. Und ihre Mitspieler haben sie schon auserkoren …

Jeff Menapace hat es geschafft, mich vom ersten Satz an, an das Buch zu fesseln. Er beherrscht den Leser von Anfang an, indem er den Spannungslevel sehr schnell hoch treibt und ihn oben zu halten in der Lage ist, wie nicht viele seiner Kollegen.
Diese Hetzjagd trieb mich von Seite zu Seite, hielt immer neue Überraschungen für mich bereit und jedesmal wenn ich dachte, mehr geht nicht mehr, setzte er noch eine Spannungsspitze oben drauf.
Menapace hat einen recht einfachen, leicht nachvollziehbaren Schreibstil, der gut tut, wenn man eigentlich in einem Buch Entspannung finden will. Hier jedoch kommt man nicht dazu, sich zu entspannen. Nein, ich überlegte ernsthaft, ob ich jemals wieder irgendwo Urlaub machen möchte, wo nicht zu viel los ist, um den Schutz der anderen zu haben.
Getrieben vom hohen Spannungslevel kommt es im letzten Viertel zu einem Showdown, der zwar vorhersehbar, aber nicht weniger spannend war.


Diese etwas härtere Art eines Thrillers ist sicherlich nicht für jeden Leser etwas, aber mich hat er mitgerissen. Für zart besaitete Menschen ist er nicht geeignet. Das bin ich nicht, daher bekommt dieses Buch eine 100%ige Empfehlung von mir.

Infos:

Heyne Hardcore
Thriller
400 Seiten
Erschienen am 11. Juli 2016
ISBN 978-3453677072

P.S.: Der Blitz soll sie beim Scheissen treffen! - Erik Haffner, David Gromer

Zur Abwechslung habe ich mir mal ein Hörbuch gegönnt.

„P.S.: Der Blitz soll sie beim Scheißen treffen!“

Hier musste ich schon lachen, als ich den Titel las.
Also ließ ich mich davon beim Bügeln unterhalten.

Annette Frier und Max Giermann lesen Musterbriefe für alle Lebenslagen.
Ob es sich hierbei um Briefe an Versicherungen, bräsige Vermieter, aufdringliche Chefs usw. handelt, es findet sich für fast jeden Anlass zu dem sich der Empfänger taub stellt, gibt es einen geeigneten Musterbrief.

Launig vorgelesen, brachten mich diese Briefe dazu, Tränen zu lachen. Der Postbote, der die Post nicht abliefert, wird hierbei ebenso bedacht, wie die Versicherung, der man kündigen will, ebenso der Vermieter, der sich weigert die Bruchbude zu renovieren…. Alle bekommen den richtigen Text um die Ohren geschlagen.

Max Giermann ist meiner Meinung nach eher dazu geeignet, hier den Vorleser zu machen, als Annette Frier. Frier ist eine gute Kommödiantin, aber leider klingt ihr Lesen eher geleiert, als launig und akzentuiert gelesen.

Aber wichtig war vordergründig, dass ich beim Hören meinen Spaß hatte und diese CD gerne weiter empfehle. Besonders wenn man nebenher so leidige Dinge wie Bügeln oder Fensterputzen hinter sich bringen will. Aber auch auf einer längeren Autofahrt fühlt man sich gut unterhalten.


Zusammengestellt von Erik Haffner und David Gromer, die gute Arbeit geleistet haben. Das Cover der CD erscheint mir eher langweilig und verleitet nur aufgrund des Titels zum Kauf.

Infos:

Random House Audio
Random House Verlagsgruppe
Laufzeit: 1 Std. 15 Min.
ISBN 978-383-713-806-1